Neonazi Aufmarsch in München
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Reportagen

Provokation gehört bei den Neonazis zum Programm. Beim Aufmarsch in München war es nicht anders. Offiziell war die Demo unter dem Motto angekündigt: "Nur ein Esel glaubt noch an einen Sozialstaat in BRD!" Nicht lassen konnten, die Rechtsextremisten jedoch auch  Bezug auf Sophie Scholl und die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ zu nehmen. So erhielt jeder der Demonstrationsteilnehmer eine Weiße Rose ins Knopfloch gesteckt.

Dass Neonazis versuchen historische Personen für ihre Zwecke zu missbrauchen ist nichts neues. Am bekanntesten dürfte die Verwendung des Rosa Luxemburg Zitates „Freiheit ist immer nur die Freiheit des Andersdenkenden“ sein. Dabei ist allerdings festzustellen. Dass dieses Zitat aus einem historischen Kontext gerissen wurde. Rosa Luxemburg die als Kommunistin Anhängerin eines annähernd ebenso menschenverachtenden Staatssystem war, wollte nämlich auch die Freiheit nur Anhängern der eigenen Vorstellungen zu gute kommen lassen. Man darf davon ausgehen, dass die Neonazis das genauso halten würden.

Und wie eng die Grenzen für Kritiker des eigenen Systems ist haben bei den Kommunisten ja Trotzki und die Trotzkisten sowie bei den Nationalsozialisten Strasser und die Strasseristen, respektive Ernst Röhm und seine Anhänger erfahren.

Von der Meinungsfreiheit wie sie Voltair meinte: „Herr Abbe, ich verabscheue, was Sie schreiben, aber ich würde mein Leben dafür hingeben, dass Sie weiterschreiben können.“ Sind diese Herrn sehr weit entfernt. Im Gegenteil: Die nächste Bücherverbrennung ist bereits beschlossene Sache.

Jedoch nicht nur Rosa Luxemburg sondern beispielsweise auch der SPD-Politiker Kurt Schumacher wurde bereits von Rechtsextremen vereinnahm, bezüglich seiner Haltung zur Oder-Neisse-Linie. In wie weit dessen Zitat von „Kommunisten sind nur rotlackierte Faschisten“ auch den Neonazis zu Ehren reicht, mag einer eigenen Überlegung wert sein.

Wer weiß vielleicht wird morgen schon Mahathma Ghandi oder Malcom X in die Reihen der Kameraden zwangseingereiht.

Bei Sophie Scholl versuchen die Neonazis sich deren durchaus patriotische Einstellung zu Nutze zu machen. Tatsächlich mag man die Frage stellen, ob Sophie Scholl wirklich mit Parolen wie „Deutschland verrecke“ sympathisiert haben. Um so mehr allerdings ist genau die Lebensgeschichte der Sophie Scholl Beweis dafür, dass ein echter Patriot eben kein Nationalsozialist sondern deren entscheidender Gegner ist.

Doch noch in einem weiteren Punkt, glauben die Neonazis die Widerstandskämpfer geistig beerben zu müssen. Und zwar genau im Punkto der Zivilcourage.“Alle sind gegen uns, wir gehen trotzdem auf die Straße, also sind wir es die Zivilcourage haben“, so die Logik, die der Anführer der Rechtsextremisten Christian Worch seinen Kameraden aufzutischen versuchte. Zu Zivilcourage gehört jedoch weitaus mehr, als eine Meinung zu haben, die von der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird. Zivilcourage  ist der bürgerlicher, anständiger Mut, mit dem ursprünglich ausschließlich das entsprechende Auftreten gegenüber nicht-zivilen Autoritäten (Militär, Polizei) gemeint war. Zivilcourage  ist ebenso geknüpft an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, und dass diese ohne Rücksicht auf eigene Nachteile vertreten wird.

Klar läuft, wie Christian Worch feststellte, niemand der sich an den Demos gegen Rechtsextremisten beteiligt heute wirklich Gefahr Nachteile zu erleiden. Dafür sollte man aber wohl eher dankbar sein. Und es ist auch ein gutes Zeichen unserer Zeit. Jede Diktatur jedes Unrechtssystem kann gestürzt werden, wenn nur genügend Menschen einfach aufstehen und Nein sagen. Eine Erfahrung die wir beim Sturz der Sozialistischen Diktatur in der DDR machen durften, die die Menschen in Georgien und der Ukraine ebenfalls machen konnten.

Und so lange genügend Menschen einfach Nein sagen, zu Unrecht, Ausländerhass, Ausgrenzung von Minderheiten haben antidemokratische Bestrebungen auch keine Chance.

 


Die Polizei hält einen Gegendemonstranten zurück


Die NPD-Ordner erhalten Instruktionen 


Gegendemonstranten stellen sich den Neonazis in den Weg


Personenkontrolle 


Kundgebungsteilnehmer


Kundgebungsteilnehmer


Kundgebungsteilnehmer


Gegendemonstranten stellen sich den Neonazis in den Weg


Kundgebungsteilnehmer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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