Tagebuch Oktober

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Montag, 1. Oktober 2007
Arztbesuch
Kann jemand mal den Irrsinn stoppen?
Meine Frau ist Schwanger. Sie lässt sich vom Hausarzt an den Frauenarzt überweisen. Und weil so eine Schwangerschaft nunmal neun Monate dauert, sind da mehrere Termine notwendig. Und da eine Schwangerschaft fällt auch in mehrere Quartale. Was bedeutet es nun aber, wenn ein Quartal neu beginnt? Der Frauenarzt hat einen zwar selbst einem neuen Termin gegeben. Aber am Empfang will man trotzdem eine Überweisung des Hausarztes sehen. Das bedeutet erstmal eine Sprechstundenhilfe 10 Minuten von anderen Arbeiten abhalten. (Ich bin renitent uneinsichtig. Und dann erst mal durch die ganze Stadt zum Hausarzt fahren. Dort zehn Minuten eine weiteren Sprechstundenhilfe auf den Geist gehen, dazu noch fünf Minuten der Ärztin, bis man eine neue Überweisung hat. Ich bin eine dreiviertel Stunde unterwegs, medizinisches Fachpersonal ist fast eine halbe Stunde beschäftigt. Der Zahlungseingang bei Ärzten und Kassen ist gleich null. Und irgendwie soll das zur Kostendämpfung im Gesundheitssystem beitragen.
ERKLÄRT MIR MAL BITTE WIE?
Das beste aber: In drei Monaten gibt's die Wiederholung.


Nightlifeseite und FDP Interessenten besucht

 

Dienstag, 2. Oktober 2007
Imnfoabend der BI Allershausen (Anti Startbahn). Eigentlich ist die Resonanz eher mau. Und wie zu hören war, in Hohenkammer gibt es nur eine Handvoll Startbahngegner. Anschließend noch eine Party fürs Nightlive.

 

Mittwoch, 3. Oktober 2007
Der Tag der deutschen Einheit beginnt mit einer Pferderally. Es folgt ein Interview mit ALi Khan und am Abend geht es zu einer Fotoausstellung nach Haindlfing.

 

Donnerstag, 4. Oktober 2007
Gericht und am Abend eine Lesung im Bücher Pustet. Ein Krimi mit Freisingbezug. DIe Personen sind aber frei erfunden. Der Oberbürgermeister heißt Bergnagel.

 

Freitag, 5. Oktober 2007
Treffen mit der FDP Nandlstadt. Die Kandidatur dort nimmt feste Konturen an.
Reportage über das Schießen
Info Versammlung über DSL-Zugang in Fahrenzhausen
Die Großen fressen die Kleinen – Falsch: Die schnellen fressen die Langsamen. So sieht es zumindest am Telekommunikationsmarkt in Fahrenzhausen aus. Während die Telekom erst langsam in Gang kommt, hat der alternative Anbieter mvox bereits einige Bereiche der Teilgemeinde Kammerberg erschlossen.

 

Samstag, 6. Oktober 2007
Ausflug der Träger. Es geht nach Prien am Chiemsee. Kreuztfahrt über den Chiemsee. Abends Party in der Luitpoldanlage.

 

Sonntag, 7. Oktober 2007
Schreiben, Schreiben, Schreiben. Schließlich müssen alle Artikel fertig sein, bevor es nach Thailand geht.

 

Montag, 8. Oktober 2007
Produktion der Nightlife-Seite und abends Abflug nach Bangkok

 

Dienstag, 9. Oktober 2007
Ankunft in Thailand. Verwandtenbesuche in Bangkok.

 

Mittwoch, 10. Oktober 2007
Wir bestellen die Fließen für das neue Haus. Und am Abend geht es endlich los nach Mae Sot.

 

Donnerstag, 11. Oktober 2007
Treffen mit einigen Hilfsorganisationen vor Ort, siowie Kontaktleuten der KNU

 

Freitag, 12. Oktober 2007
Besuch des Flüchtlingslagers Mae La sowie eines Dorfs und eines KNLA-Stützpunkt in Karenland (Birma)

 

Samstag, 13. Oktober 2007
Besuch Brücke der Freundschaft in Mae Sot und der Mae Tao Klink

 

Sonntag, 14. Oktober 2007
Rückfahrt nach Bangkok

 

Montag, 15. Oktober 2007
Bilder+Text nach Hause geschickt

 

Dienstag, 16. September 2007
Fahrt nach Pu Tong zu unserem Haus

 

Mittwoch, 17. September 2007
Einkaufen in Lin Tin. Besprechung mit den Handwerkern

 

Donnerstag, 18. Oktober 2007
Einkaufen in Pu Tong und Besprechung mit Handwerrkern

 

Freitag, 19. Oktober 2007
Teilnahme an der Versammlung des örtlichen Bauernverbandes und Fahrt nach Bangkok

 

Samstag, 20. Oktober 2007
Einkaufen, Einkaufen, Einkaufen

 

Sonntag, 21. Oktober 2007
Rückflug nach Deutschland

 

Montag, 22. Oktober 2007
Nightlife Seite

 

Dienstag, 23. Oktober 2007
Produktion der Birma-Seiten

 

Mittwoch, 24. Oktober 2007
Aufarbeiten liegengebliebener Post etc.

 

Donnerstag, 25. Oktober 2007
Wieder mal ein Gerichtstag und abends eine Lesung bei Bücher Pustet. Das Thema ist Nelson Mandela


Nelson Mandela – Kaum ein anderer Name steht so sehr für die Emanzipation der Schwarzen und Bekämpfung der Apartheid. Mit einer Multimedia-Lesung, nahezu einer Multimedia-Show wurde in Zusammenarbeit mit der VHS bei Bücher Pustet das Leben des südafrikanischen Mythos der schwarzen Freiheitsbewegung nachgezeichnet.
Der „Leser“ Malte Friedrich wusste dabei durchaus das Publikum zu beeindrucken. Das fing schon gleich mit der Anfangssequenz an. Stimmungsvolle Bilder von Sonnenuntergängen in der Savanne, Elefanten im Gegenlicht und tosenden Wasserfällen, untermalt mit Trommelrythmen, verstanden es die Zuhörer gedanklich auf den fremden Kontinent zu entführen. Aber natürlich war es kein Vortrag nur so zum davonträumen. Im Gegenteil: Fotos von Nelson Mandela im Gefängnis von Unruhen, von Auseinandersetzungen rissen die Zuhörer geradezu aus dieser Idylle heraus.
Wer miterleben wollte, wie ein großartiger Mann auf ein Denkmal gestellt, und geradezu beweihräuchert und angebetet zu werden, war bei dem Vortag goldrichtig. Ob als Anwalt, politischer Anführer, geradezu als Philosoph, Nelson Mandela war schlichtweg eine Person ohne Fehl und Tadel.
Wer allerdings auch eine zumindest in Teilaspekten etwas kritische Durchleuchtung gewünscht hätte, wurde dagegen enttäuscht. Ein etwas tiefergehenden Vergleich zwischen dem absolut gewaltlos agierenden indischen Freiheitshelden Mahathma Ghandi und Nelson Mandela, der eben bewusst auch den gewaltbetonten Widerstand gegen die Apartheid gerechtfertigt und selbst vorbereitet hat, hätte das Denkmalö sicher nicht gleich vom Sockel gestürzt.
Die Freundschaft mit dem kommunistischen Diktator Fidel Castro mit dem lybischen Revolutionsführer Muammar al-Gadaffi gehören ebenso wie der von seiner Frau geleitete und in Lynchjustiz verwickelte Mandela Unitet Football Club eben auch zur Biographie des Friedensnobelpreisträgers. Diese vielleicht durchaus auch kritischen Bereiche des südafrikanischen Heldens einfach wegzurecherchieren waren irgendwie doch unfair nicht nur gegenüber den Zuhörern sondern auch gegenüber Nelson Mandela.

 

Freitag, 26. Oktober 2007
Am Vormittag ein Vortrag in der Willy-Brand-Gesamtschule. Am Abend dann noch Schützenversammlung in Hohenkammer und Konzert im Lindenkeller.

 

Samstag, 27. Oktober 2007

Eigentlich möchte man sich ja fast schon eine Solidaritätszigarette anzünden, so wie die Raucher derzeit behandelt werden. Allein: Der Glimmstengel schmeckt mir einfach nicht und ein bisschen Husten habe ich auch so schon. Klar, dass Nichtraucher geschützt werden müssen, hat mein vollstes Verständnis. Beim speisen verzichte ich auch gerne auf das Gequalme. Aber, wen kann es wirklich stören, wenn im Nebenzimmer ein paar Raucher weiterhin ihrem Laster frönen? Da geht es wohl der bayrischen CSU-Zweidrittel-Allein-Staatsregierung weniger darum irgendwelche arme Nichtraucher zu schützen. Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass die Vertreter des Obrigkeitsstaates einfach wieder mal ein klein wenig ihre Untertanen erziehen wollen. Das verbitte ich mir dann aber doch. Da hat es mich jetzt richtig gefreut, dass im Gegenzug einige Wirte die CSU rauswerfen. Sehr schön: Man darf sich nicht alles gefallen lassen.
Was gibt es sonst so. Der Stadtrat in Freising geht schlurfenden Schrittes in Richtung Kombibad mit Eisfläche. Mittelfristig soll in der Domstadt etwas gehen. Da erfahrungsgemäß die Moosburger Stadträte noch ein bisschen langsamer sind und wohl eher zu lang- als zu mittelfristigen Lösungen neigen, muss man aufpassen, dass uns Freising nicht irgendwann mal sogar als Eishockeystadt überholt.
Die Uhren werden zurückgestellt: Ist das jetzt eine Stunde mehr Schlaf, mehr Party oder mehr Arbeit?
Apropos Party. Im Hauslerhof feiert gerade der Burschenverein. Über die Party mag man ja geteilter Meinung sein. Aber der Hauslerhof ist schon einmalig. Da wurde mit Geschick aus einem landwirtschaftlichen Anwesen ein florierender Betrieb gemacht. Gezielt Nischen gefunden, mit neuen Konzepten neue Absatzmärkte erschlossen. Respekt!

 

Sonntag, 28. Oktober 2007

„Der demokratische Sozialismus bleibt für uns die Vision einer freien, gerechten und solidarischen Gesellschaft, deren Verwirklichung für uns eine dauernde Aufgabe ist", so hat es gerade die SPD auf ihrem Hamburger Parteitag beschlossen. Im klassischen Sozialismus heißt es, die Produktionsmittel sind mittels Vergesellschaftung oder Verstaatlichung (beispielsweise von Industrieunternehmen) der Verfügungsgewalt der Klasse der Kapitalisten zu entziehen. Im „neuen“ demokratischen Sozialismus geschieht dies hingegen durch immer höhere Steuerbelastungen. Bei 50 % Steuerbelastung hat man ja eigentlich auch 50 Prozent Sozialismus.
Damit ist auch klar, dass Liberalismus und Sozialismus jeglichen Coleurs ein krasser Gegensatz ist. Zur Freiheit gehört eben auch die Freiheit, dass ich mein Geld so einsetze wie ich es für richtig empfinde. Beispielsweise, dass ich dafür Produktionsmittel und Rohstoffe einkaufe und mit Hilfe meiner oder erkaufter Arbeitskraft eine Wertschöpfung generiere.
So viel zur politischen Theorie. Und jetzt noch ein kleiner Vorschlag zum längeren Bezug des Arbeitslosengeldes. Einfach als Wahltarif anbieten. Wer länger Arbeitslosengeld beziehen will, muss den entsprechenden Tarif wählen, und dann natürlich auch mehr Beitrag bezahlen. Den höheren Beitrag zahlen nämlich sonst wir alle, und zwar über unsere Steuern
So: Und was war in Moosburg los?
Der Großtauschtag der Münz- und Briefmarkensammler hat Besucher aus nah und fern angelockt. An einem Stand gab es aktuelle Münzen aus aller Welt, zum Preis von 20 Cent. Darunter waren auch ein paar 10-Bath Münzen, die einen Wert von rund 48 Cent haben. Meine Frau hat sieben 10 Bath Münzen gefunden, jetzt müssen wir nur nach Thailand fliegen, um sie auszugeben.
Ein großer Erfolg war auch die Ausstellung des Geflügel und Kaninchenzuchtverein Moosburg. Vor allem die Kinder hatten ihre große Freude. Aber auch für Erwachsene war der Formenreichtum und die Vielfalt unterschiedlicher Farben, Kopf und Ohrenformen beeindruckend. Tatsächlich ist es wohl so, dass wer sich ein Kaninchen anschafft, dies am besten über einen Verein macht. Dann bekommt man gleich die richtige Beratung.
Im Nightflight am Flughafen gab es zudem die Time-Out Party zu den Herbstferien. Superstimmung beim Disco-Nachwuchs.








 

Montag, 29. Oktober 2007
Wie jeden Montag: Zunächst Nightlife Seiten. Dann gibt es eine lange Nacht mit viel Programmieren und arbeiten an der Videokamera.

 

Dienstag, 30. Oktober 2007

So, was mich richtig ärgert ist die kirchliche Beteiligung am nächsten Schweigemarsch gegen die 3. Startbahn. Ich bin nicht jemand, der sagt, dass die Kirche völlig unpolitisch sein muss. Im Gegenteil, wo großes Unrecht geschieht, wo Menschen in ihrer Würde verletzt werden, da ist die Kirche aufgefordert, Partei zu ergreifen und die Stimme zu erheben.
Doch gehört da die 3. Startbahn dazu?
Der Bau der 3. Startbahn ist eine schwierige Abwägungssache. Auf der einen Seite sind Belange des Umweltschutzes und der Schutz der Menschen vor Lärm. Auf der anderen Seite geht es um Wirtschaft. Und das sind eben nicht nur die Gewinne der Konzerne sondern eben auch Arbeitsplätze.
Die Kirche argumentiert mit der Erhalt der Schöpfung. Doch ist nicht jedes Bauwerk, ob Industrieprojekt oder Eigenheim ein Eingriff in die Schöpfung? Könnte man nicht genauso mit der Mildtätigkeit argumentieren? Sind wir, die wir in Freising wohnen, die wir einen schönen Job haben, nicht dazu aufgerufen, etwas enger zusammenzurücken, durchaus auch mal minimal mehr Lärm zu ertragen, damit ein anderer eine Arbeitsstelle bekommt, dass er nicht mehr von Almosen abhängt? Ist das nicht auch eine Form des Teilens?
Und ist es dabei nicht egal, ob der Betreffende, aus Ost-Freising, Ost-Deutschöand. Ost-Europa oder Südost-Asien kommt?
Irgendwie ist das auch der Grund meines Wechsels vom Journalismus in die Politik. Ich kann einfach nicht mehr nur berichten. Es drängt mich zu sehr selbst Stellung zu beziehen und Zukunft mitzugestalten.
Andererseit kann ich auch nicht umhin, über die ein oder andere Sache zu berichten.

 

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Heute stand der Tag mal ganz im Zeichen der Kultur. Dass heißt: Feste muss man feiern wie sie fallen. Und heute ist nun mal Halloween. Das ruft natürlich gewisse Konflikte hervor, schließlich ist am nächsten Tag Allerheiligen. Eigentlich haben ja beide Feste den gleichen Ursprung. Das ist aber freilich kein Grund sich nicht in die Wolle zu bekommen. Dabei gibt es ja auch zeitlich keine Überschneidungen. Selbst die spätesten Halloween-Heimkehrer erreichen meist ihr Ziel schon vor den Allerheiligenfestlichkeiten.
Und eigentlich ist ja heute Reformationstag. Aber wie feiert man den? Der Reforamtionstag geht auf Martin Luther zurück, der seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt hat. Ich verzichte mal auf die Türe und belasse es bei einer einzigen These: „Leben und leben lassen.“
Für die Kinder war es jedenfalls ein großer Spaß von Türe zu Türe zu gehen, und mit dem Spruck „Süßes oder Saures“ ein paar Leckereien ein zu heimsen.
Die etwas größeren Kinder feierten „Helloween Download 31“ im Jugendhaus. Und die noch größeren waren auf einer Party in Gundihausen.
Damit ich die ganz, ganz Großen nicht vergesse: Die waren in der Bücherei am Gries. Dort laß Marianne Günther aus ihrem Buch „zart gebunden“
Von allem wird es auch ein Video geben. Das ist dann aber erst morgen im Netz. Im übrigen gibt es auf Anfrage an mich die Videos auch in besserer Qualität.
Und was mich ganz besonders gefreut hat: Heute ist endlich im Freisinger Tagblatt meine Reportage über Birma erschienen.






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