Karenland
Hauptmenü Die Karen sind ein Volk das auf zwischen 5 und 20 Millionen Menschen geschätzt wird. Sie leben  in Thailand und Birma. Das Siedlungsgebiet läuft quasi entlang der gesamten Grenze. 

Klassisch werden sie unter den Bergstämmen aufgeführt. Tatsächlich sehen sie sich als eigene Nation.  Die Karen haben eine eigene Sprache und sogar eine eigene Schrift. Bergstamm ist vor allem deshalb auch völlig unzutreffend, da das Siedlungsgebiet zumindest ursprünglich bis zum Meer ging. Eigentlich haben die Karen auch nicht nur eine Sprache sondern drei: Sgaw, Pwo und Bwe. Wie unterschiedlich die zueinander sind, habe ich nicht herausgefunden. Ich schätze mal sie sind so verwand wie niederbayrisch und holländisch. Eine Verständigung ist nur eingeschränkt möglich. Vermutlich sind die Karen sogar die ersten Einwanderer nach Südostasien gewesen. Die Thais und Burmesen folgten später.

Die bekanntesten Karen dürften die Padong Karen sein. Man bezeichnet sie gerne als Giraffenfrauen. 

Die ursprüngliche Religion ist eine Art Schamanentum. Der hat sich sehr stark mit dem Budhismus verbandelt. Allerdings sind 30 Prozent der Karen Christen geworden. Hauptursache dafür ist die ursprüngliche Schöpfungsgeschichte. 

Die Karen haben es nach dem zweiten Weltkrieg geschafft kurzfristig einen eigenen Staat zu installieren: Karenland. Allerdings wurde der von Birma größtenteils erobert. Seit dem kämpft die KNU für einen eigenen Staat. Der Krieg scheint auf den ersten Blick  auf Sparflamme zu laufen. Es kommt nur vereinzelt zu Gefechten.  Tatsächlich wird der Krieg mit brutalster Härte geführt. Vor allem von der birmesischen Armee kommt es immer wieder zu Übergriffe gegenüber der Zivilbevölkerung. Die Situation ist durchaus mit dem Kosovo oder Bosnien zu vergleichen. Die birmesische Armee besteht zudem teilweise aus Kindersoldaten.

Daher fliehen auch immer wieder Karen nach Thailand. Die Thailändische Regierung ist davon aber nicht begeistert und versucht das zu verhindern oder die Leute zurückzuschicken. Überhaupt ist auch die Situation Thailands äußerst kompliziert. Im Prinzip hat man im Moment mit Birma gute diplomatische Beziehungen, andererseits herrscht auch ein tiefes Misstrauen zwischen Bangkok und Yangon.  So wurden bisweilen die Karen Rebellen mal unterstützt. Andererseits hat man auch nicht große Lust eine bewaffnete fremde Miliz im Land zu haben. Zumal die Karen ja ohnnehin die größte ethnische Minderheit im Land sind und in bestimmten Regionen die Mehrheit stellen. Daher versuchte man auch schon mal die Karen Armee zu entwaffnen. Einmal gestattete man der birmesischen Armee auch einen Einsatz auf thailändischen Gebiet oder man schaute zumindest weg. Richtig vergraulen will man es sich mit den Karen und anderen ethnischen Minderheiten aber auch nicht, schließlich wird sich das Militärregime in Birma auch nicht ewig halten.

Diese Situation ist für die Karen übrigens keineswegs neu. Gesichert ist, dass sie schon während der großen Auseinandersetzungen zwischen Birma und Siam in einer ähnlichen Situation befanden. Damals verstanden sie es allerdings Profit daraus zu ziehen. Die Karen sind Spezialisten im Einsatz von Elefanten und wurden daher von den unterschiedlichsten Herrschern als Elefantenkrieger angeheuert. Den Kayah-Karen gelang im 14. Jahrhundert die Gründung von einigen Fürstentümern.Die Machtansprüche der Fürsten beruhten aber weniger auf Abstammung sondern auf einer Art charismatischer Macht. Aber auch das nach 1740 widererstarkte niederburmesische Reich war eine Karengründung und der erste König Smin Htaw Budhakketi von der Abstammung Karen. In der Gegend von Kanchanaburi entstand das Fürstentum Si Sawat, das aber dem Königreich Siam eingegliedert war. 

  

  


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Schöpfungsgeschichte der Karen
Y\\\'wa gave us the leather book ...
The book disappeared before dark
White ants and red ants took itt away.
Y\\\'wa gave us the white book ...
The book disappeared bevore evening;
White ants and red ants carried it away.
Found again the bits and pieces
Thrust them in above the ridge pole
A yellow han chanced to fly by;
The Book dropped down and was destroyes.
Pigs rooted it, chickens scratched, buried it.
Don\\\'t know what to do.
Only the cover remains above the ridge pole.
The chicken have the good part in their bones.
The pigs have the good part in their gall bladders.
Henceforth observe the ancestral rites.

Gott gab den Menschen sein Wort. (Mehrmals). Doch dieses wurde in Fragmente zerlegt und über die ganze welt verstreut, dabei auch verschmutzt und entstellt. Aber es findet sich doch überall, auch in den Sitten der Väter. Unsere aufgabe kann es nur sein, die Einzelteile zu sammeln und zu ordnen.

Book of silver, book of gold,
Book that God the Father told.
Lost, it will again appear
When a white man brings it near.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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